Karneval

Zeitpunkt des Karnevals

 

Dem kirchlichen Osterfest geht die 40tägige Fastenzeit voraus. 40 Tage vor Ostern endet die Karnevalszeit mit Aschermittwoch. Genau genommen dauert die Fastenzeit allerdings 46 Tage, weil seit dem Jahr 1091 durch Verfügung des Papstes Gregor bestimmt ist, dass die Sonntage bei den Fastentagen nicht mitgezählt werden (Bachmann, S. 15).

 

Datum nach Ostern

 

Ostern ist aber ein "beweglicher" Feiertag, d.h., Ostern wird jedes Jahr an einem anderen Datum gefeiert. Auf dem Konzil von Nicaea im Jahr 325 n. Chr. wurde festgelegt, dass Ostern als ältestes Fest der christlichen Kirche an dem ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond, also "beweglich" gefeiert wird, wie das frühere heidnische Frühlingsfest, wohl in der Vorgeschichte das Fest der nordischen Frühlingsgöttin Ostara -daher der Name Ostern (Bachmann, S. 14 f.).

 

Die 40 Tage der Fastenzeit

 

Die Zahl 40 ist jüdisch-christlich eine magische Zahl: 40 Tage dauerte die Sintflut im Alten Testament, 40 Jahre warteten die Israeliten auf den Einzug in das "Gelobte Land", 40 Tage fastete Moses, ehe er die 10 Gebote erhielt, 40 Tage fastete Jesus nach dem Bericht des Neuen Testaments in der Wüste, bevor er in der Öffentlichkeit auftrat. Ursprünglich war in christlicher Zeit seit dem Fest der Heiligen drei Könige, also seit Anfang Januar, Karneval gefeiert worden.

 

Karnevalszeit "zu lang"?

 

Weil dies der kirchlichen Obrigkeit aber eine zu lange Zeit der "Ausschweifungen" war, wurde das Feiern auf die drei Tage vor Aschermittwoch, die "Drei tolle Tage "begrenzt. Die feierfreudigen Karnevalisten machten später sechs Tage daraus: Weiberfastnacht.

 

 

 

 


Geschichte des Rheinlandes

 

In der Geschichte des Karnevals spielt sich auch in großem Umfang die politische und kulturelle Geschichte des Rheinlandes wieder, denn der Karneval der rheinische Fastelovend, ist häufig "ein Abbild der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse." (Brog, S. 8).

 

Fremde Besatzung prägt

 

Mehr als 100 Jahre lang bestimmten fremde Besatzungsmächte über das Rheinland und die Rheinländer. Abgesehen von den Römern, die gewiss "nicht unschuldig" am Entstehen des rheinischen Karnevals sind, waren Franzosen, Preußen, Briten, Amerikaner und wieder Franzosen als Besatzer hier und mussten sich mit dem rheinischen Frohsinn und seinen öffentlichen Erscheinungsformen auseinander setzen. Die Rheinländer setzten sich oft über Verbote des Karnevalfeierns hinweg oder umgingen sie. "Rheinischer Eigensinn machte den Karneval zum Identifikationsfaktor." (Brog, S.9).

 

Politische Spott- und Ventilfunktion

 

Gerade im Rheinland hat der Karneval mehr als in anderen Regionen Deutschlands eine politische Spott- und Ventilfunktion. Das kam und kommt oft in Büttenreden, Karnevalsliedern und Fastnachts-Zeitungen und -Zeitschriften zum Ausdruck. Allerdings waren diese Mittel des Karnevals in der Zeit des totalitären Nationalsozialismus in Deutschland (1933 -1945) nur unter Gefahr einzusetzen, weil die Nationalsozialisten mit "völkischem" Gedankengut und heidnisch-germanischer Geschichtsbegründung die Karnevalisten ideologisch zu instrumentalisieren versuchten; das ist ihnen aber nur teilweise gelungen.

 

Karneval als Wirtschaftsfaktor

 

Der rheinische Karneval ist auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Oft flossen früher Abgaben aus Fastnachtsveranstaltungen in die Haushalte von Gemeinden und Städten, die damit soziale Einrichtungen teilweise finanzierten. Der Karneval gibt auch vielen Menschen in Dienstleistungs-, Kunst- und Handwerksberufen Aufträge und Arbeit und er ist oft ein wichtiger Faktor des Tourismus.

 

Regionale Unterschiede im Rheinland

 

Die unterschiedlichen Formen und Ausprägungen der Karnevalsbräuche in Köln, Bonn, Düsseldorf, Aachen oder Koblenz -insbesondere in Mainz, das nicht zur Preußischen Rheinprovinz gehörte- zeigen neben Gegensätzen auch typische Spezifika.

 

 

 

Karnevalsorden als Persiflage

 

Die Karnevalsorden und ihre flutartige Verteilung waren ursprünglich eine Persiflage auf die großzügigen Ordensverteilungen in Preußen zur Zeit des Reichskanzlers Bismarck (Schwarz, S. 17 und 20 und Graf Solms-Sieglin, a.a.O.).

 

 

Heute leider wenig Parodie

 

Die ehemalige Parodie oder Persiflage der karnevalistischen Ordensverleihungen seit Anfang des 19. Jahrhunderts (Preußen) ist mehr und mehr etwas in den Hintergrund getreten. Heute ist das Ritual der Ordensüberreichung fast eine ernste Angelegenheit und der Ausgezeichnete trägt den Orden, oder die immer mehr wachsende Zahl der Orden auf der Brust, mit Stolz (van Rey, 55 f.). Häufig gibt es außer den großen Orden für die Männer auch Ordensminiaturen für die Frauen. Uniformen: Echt oder Persiflage? Auch bei der Beschreibung und Beurteilung der karnevalistischen Uniformen der Fastnachtsgarden und -gesellschaften stellt sich immer wieder die Frage: sollen sie möglichst stilecht sein, also Imitationen, oder Persiflage des Militärischen? "Neben diesen optischen Gesichtspunkten gibt es noch die Fragestellung: Erfüllen sie ihren Zweck? Diese Fragestellung ist allerdings nur für den Zeitgenossen relevant, der hartnäckig an das Gerücht glaubt, unsere Garden sollten das preußische Zopfmilitär und den Militarismus auf die Schippe nehmen." (Sieglin, S. 58).

Aus Überzeugung: Persiflage

 

Dieser Auffassung gegenüber ist es nicht nur berechtigt, sondern karnevalistisch geboten, die Monturen als Mittel zum Zweck zu sehen, das preußisch- und französisch-historische Militär in seinen undemokratischen, autokratischen Strukturen und Erscheinungsformen zu karikieren. Eine militärische Selbst-Ernstnahme und bierernste Selbstbestätigung widerspricht karnevalistisch-kritischen Geist und konterkariert die historische Ironisierung des Militarismus durch rheinische Karnevalisten seit mehr als 200 Jahren! Denn selbstverständlich ist auch heute karnevalistisches "Militär" dadurch "ausgezeichnet", dass es Stippeföttche tanzt, Blumen im Holzgewehr trägt, falsch abzählt, nicht zackig

  auf Mundart-Befehle reagiert, auf lustige Märsche nicht immer im Gleichschritt in die Säle einmarschiert, falsch herum mit der Hand an die Stirn grüßt, hübsche Tanzmariechen zwischen sich herumwirbeln lässt, während des Marschierens ins Publikum grüßt und "Zweikampfsituationen" verulkt. Da ist es völlig gleichgültig, ja karnevalistisch widersinnig, auf historische Genauigkeit von Gardeuniformen bedacht zu sein. Glücklicherweise fehlen, karnevalistisch betrachtet, "militärischer Prunk oder gar Militarismus in unserer heutigen bundesrepublikanischen Realität gänzlich" (Sieglin, ebenda) - sonst wären Karnevalsuniformen nicht karnevalistisch, sondern Militärersatz. Zur rheinischen Mentalität gehört unverzichtbar das Sowohl-als-auch ("Am schönsten is et, wenn et schön is!"): die Karnevalsuniform kann sowohl in etwa originalgetreu sein, als auch persiflierend - "Stilbrüche" sind karnevalistisch gewollt!

 


 

 

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